Rund um den Fußball werden immer wieder schöne Geschichten geschrieben. Eine davon rankt sich um das Spiel der D-Juniorinnen im BFV-Pokal-Halbfinale zwischen dem 1. FC Union Berlin und Askania Coepenick. Die Partie war nicht nur das erste Aufeinandertreffen beider Mannschaften, sondern strahlte seit Wochen auch bis weit in das gemeinsame Wohnzimmer von Jana Neumann und René Milczynski. Während Jana die Mädels der Eisernen coacht, gehört René zum Trainerteam von Askanias D-Juniorinnen. Beide lernten sich vor acht Jahren beim Besuch eines U19-Spiels im Stadion des FEZ in Köpenick kennen - im Juli werden die Hochzeitglocken läuten. Das Aufeinandertreffen der Mädels der Eisernen und von Askania am vergangenen Donnerstag war also auch ein Duell zwischen Braut und Bräutigam.
Jana Neumann blickte noch mal etwas zurück. „Mit jeder Runde, die wir beide weitergekommen sind, um so mehr wurden darüber Witze gemacht, wie es wäre, wenn man gegeneinander spielen würde, mit jeder Runde, die man weiter kam wurde aus Spaß dann irgendwann Ernst.“ Im Spiel stand sie nicht nur für sondern auch gegen ihren Verein an der Seitenlinie, denn Unions-Trainerin kickt außerdem in der Frauenmannschaft von Askania Coepenick.
Für Beide waren die Rollen ihrer Mannschaften vor der Partie klar verteilt. „Wir werden die Underdogrolle annehmen, alles probieren und im besten Falle sind wir erfolgreich.“ Man dürfe sich nicht verstecken, „zwischen den Ohren muss es stimmen“, so René Milczynski. „Wir versuchen daraus ein askanisches Fußballfest zu machen.“ Für seine Partnerin Jana lag die Favoritenrolle klar bei Union.
Die Anspannung war einen Tag vor dem Spiel so groß, dass man zufrieden sei, „wenn morgen der Abpfiff erfolgt und einer von uns beiden sich freuen kann“. Jana präzisierte: „Der andere freut sich auch für den anderen - nur später.“
Und was passierte am Tag danach? Das Spiel selbst verlief erwartungsgemäß. Die Mädels aus dem Nachwuchsleistungszentrum von Union setzten sich mit 12:0 klar gegen die Breitensportlerinnen von Askania durch und zogen durch den Sieg ins Berliner Pokalfinale ein. Die Eisernen gewannen zwar auf dem Kunstrasen, doch auch Askania konnte einen Sieg erringen. Wie von Renè vor dem Spiel angekündigt, wurde es ein „askanisches Fußballfest“, weil die Tribüne des „Stadions“ ab dem Zeitpunkt als die Abendsonne langsam hinterm Horizont verschwand fest in Askaniahand war. Jeder gewonnene Zweikampf, jede Offensivaktion der Coepenickerinnen wurde frenetisch bejubelt.
Unabhängig vom Ausgang des Spiels zog René Milczynski ein positives Fazit aus dem sportlichen Duell des zukünftigen Ehepaares. „Was gibt es denn für eine schönere Situation, dass du an zwei verschiedenen Enden arbeitest und kommst dann in einem richtig coolen Spiel gegeneinander an, das ist doch eigentlich das Beste, was es geben kann. Wenn man dann immer noch verliebt nach Hause geht.“
Vor der freien Trauung in den Vereinsräumlichkeiten von Askania Copenick wird René natürlich seiner Jana im Pokalfinale auf der Tribüne die Daumen drücken.
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